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MONDOMIX 03/07
MATURITE
Now here is a delightful surprise so early in the year. From
the outset Prince Zeka has announced that his mission has been to "create
modern African music apart from clichés and European expectations".
Maturité seems to be a decisive step in this direction. The CD swings
gracefully from traditional soukous and samplings from rural Congo, to slamming
rap, soul and gentle folk ballads. Yet the road to maturity has been long: it
has been 20 years since Zeka started his career in the Bana Wenge college band
in Kinshasa, and the experiences he shared in his voyage to the European shores
are reflected in most of the 16 songs of this album.
It is quite a challenge to combine Congolese soukous with jazzy skats, gentle
soul, acoustic hip hop, Afrobeat and funk. Well, Zeka has thrown down the gauntlet
here with what he calls his "makoul" style. "See if you can do
better than this," he seems to say with no hint of aggression. The singer
effortlessly brings together the multi-layered rhythms of his continent with
rich western tones he has picked up in his years in the West. Zeka's linguistic
dexterity is also reflected in his compositions, sung in Lingala, English, French
and even Arabic. Zeka's opener "Ukijua" will remind listeners of fellow-Congolese
crooner Lokua Kanza, before he moves into the jazzier "Eyala" which
reflects the soft and rich texture of his voice. Later his singing finds more
trenchancy in the denunciations of the iniquities in the world with "Save
the People" or the outstanding "Congo Mabele ya Somi".
The latter reflects a man who is bewildered by the political realities in a
Congo he loves enough to criticise with passion. "Mr. President,"
he admonishes, "if your agenda is not compatible with the people and if
you risk ruining the country, please leave your place to people who can do a
better job. My people, please give the elected President and his government
enough time to realise their promises." Simple words that underline Zeka's
role as a griot whose vision is undiminished from the years in exile. "Since
1989," he writes in his website, I'm struggling for a respectful presentation
of the African culture and trying to modernise it, as it has always been the
subject of mockery because of its negative presentation".
There are constant changes of pace and style making this an album difficult
to pigeonhole. And why should we? Zeka is as much as ease in Afropop songs like
"Ma Fille qui Passe" as he is in his truculent vocalese exchanges
like "Rhythm of my Mouth" or light rap tunes like "Save my People".
The lyrics are also rich in their diversity: there are acoustic love songs (the
sweet "Josephine", or "Couvre-moi" an emotional homage to
his mother), politically-engaged tunes like the moving homage to "Lumumba",
or social pleas exemplified in "Save my People" which defends African
migrants who seek a place in the sun.
Admittedly, the moralising can be tiresome at times, and "Try Before You
Cry" is an example of cheesy and shallow lyrics. Yet, it should not overshadow
Zeka's ability to write with a sincerely caring vision of the world and the
people around him. Maturité will hopefully stamp him as an important
new voice from central Africa whose music should be heard on mainstream as well
as world music channels.
March 2007, Daniel Brown, www.mondomix.com
MUSICEXPRESS, 02/00
PRINCE ZEKA SYSTEME - M'ZEE WAKA
Der Musiker aus dem Kongo begeistert auf M'ZEE WAKA mit einer aufregenden Mixtur aus traditionellen afrikanischen Melodien und westlichen HipHop-Beats. Musikalische Berührungsängste kennt Prince Zeka Systeme, der einige Zeit in Europa arbeitet, nicht. Seine Verbindung aus HipHop und Soukous bezeichnet er selbst als Makoul. Zusammen mit seiner Begleitband Dunia Moja spielte Prince Zeka Systeme 16 Songs ein, in denen er auf eindringliche Weise über die alltäglichen Probleme seiner Heimat sowie seine nicht immer positiven Erfahrungen in Europa berichtet. So warnt er im Stück 'Usiwaze' seine Landsleute eindringlich davor, die westliche Welt als Paradies zu betrachten. Musikalisch gelingt die Umsetzung leider nicht immer hundertprozentig überzeugend. Tracks wie 'Balançez' oder 'Masta' leiden an der etwas zu stromlinienförmigen Instrumentierung und unter zu geradlinigen Arrangements. Diese kleinen Schwächen bügelt Prince Zeka Systeme aber in Songs wie 'Ma Fille Qui Passe' oder dem visionären 'Solidarité 2000' aus, in denen er sich mit Afrika und seinen vielfältigen Problemen beschäftigt. (fs)
NINETY-NINE Distribution:
M'ZEE WAKA: brandneues Label und ein neuer, vielversprechender Künstler werden hier von Ninety-Nine Distribution vorgestellt. Ein Feuerwerk aus zaïrischen Raps und leicht schwingenden Grooves.
Die Musik von Prince Zeka Systeme ist 'Hip Hop Soukous Makoul', das ist eine Mischung von dem aus der D. R. Kongo, der Heimat Prince Zekas, stammenden Soukous und Hip Hop, er nennt den Stil 'Makoul'. Der starke, mitreissende Rhythmus der Musik begeistert das Publikum woimmer er zu hören ist. Die verschiedenen Trommelrhythmen, gespielt von Djemben (West Afrika) oder Tumbas (aus Zentral Afrika) sind durchdrungen von Melodien gespielt auf typischen traditionellen afrikanischen Instrumenten wie die Sanza (Likembe) oder dem Balafon. Durch die Lieder zieht sich immer wie ein 'roter Faden' die spezifische Melodie der typischen 'Zaïre Gitarre', wie sie bei Papa Wemba oder Ray Lema zu finden ist.
So bunt gemischt wie der musikalische Hintergrund sind auch die Sprachen, in denen Prince Zeka singt. Ob er in Französisch oder Swahili rappt, oder auf Lingala oder Englisch singt, die Texte erzählen immer von Erlebnissen des täglichen Lebens, die geprägt sind von seinem afrikanischen Hintergrund sowie von seinen langen Aufenthalten in Europa. Immer wiederkehrende, für ihn wichtige Themen sind der Kampf gegen Diskriminierung jeglicher Art und für Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz.
In seinem Lied 'USIWAZE' (Swahili: bilde dir nicht ein) spricht Prince Zeka zu den jungen Menschen in Afrika, er sagt ihnen, sie sollen sich nicht einbilden, dass Europa das Paradies sei. Sie sollen also nicht davon träumen, ihre Heimat zu verlassen, um nach Europa zu kommen, wo sie auf Probleme wie Diskriminierung und Rassismus stoßen werden.
'ESCLAVE D'AMOUR' ist eine Ballade, in Lingala gesungen, die Prince Zeka in Kinshasa mit seinen Freunden komponiert hat, in einem Park namens 'Wenge Musica', in dem sie immer geprobt haben. Jean Bedel ist einer seiner Freunde und hat seiner Band den Namen 'Wenge Musica' gegeben, die in Afrika schon lange, aber langsam auch in Europa sehr bekannt ist.
Die Begleitband 'DUNIA MOJA' ('one world' in Swahili) setzt sich, wie der Titel schon sagt, aus Musikern aus den verschiedensten Teilen der Welt zusammen. 'DUNIA MOJA' ist ein offener Begriff, der bedeutet, dass die Band jederzeit offen ist für Einflüsse anderer Kulturen. 'DUNIA MOJA' lebt von der Spannung die entsteht, wenn die verschiedenen Charaktere aus den verschiedenen Ländern unter dem Einfluss von Prince Zeka Systeme zusammen kommen und daraus eine Musik entsteht.
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Interview AAI: Prince Zeka - toleriert ihn nicht, ihr müsst ihn lieben
Woher kommst Du?
Ich komme aus Zaïre. Seit kurzem heißt es wieder Kongo und liegt mitten in Afrika.
Und zu Deiner Zeit, als Du dort warst, hieß es Zaïre?
Genau!
Wann bist Du nach Österreich gekommen?
Zum ersten Mal besuchte ich Österreich 1986 mit meinen Eltern, dann sind wir nach Paris gegangen. Ununterbrochen bin ich seit cirka 5 oder 6 Jahren hier. Ja, 1994 bin ich hier sesshaft geworden.
Zur Zeit wohnst Du in Wien?
Derzeit wohne ich in drei Ländern, in Deutschland, Österreich und Frankreich.
Wo bist Du am liebsten?
Am liebsten bin ich in Paris... ja, es ist eben relativ groß, es gibt viele Chancen für mich und meine Musik, weil ich hauptsächlich auf Französisch singe und rappe. Das zweite Land ist Deutschland, weil die Kölner sehr offen sind. Und Wien..., ja, langsam wird es besser.
Wann hast Du angefangen, Musik zu machen?
Richtig intensiv hab' ich 1994 angefangen, aber ich singe schon, seit ich acht Jahre alt war.
Unterstützten Dich Deine Eltern oder haben sie Dich bewogen, Musik zu machen?
Nun, meine Eltern sind Politiker - mein Vater war Diplomat - und wollten nicht, dass ich Musik mache. Als Hobby ja, aber nicht als Beruf, denn meistens haben Musiker keine Chance. Musiker zu sein ist ein großer Kampf und bietet keine Lebensgrundlage. Aber ich habe gespürt, dass ich später in meinem Leben Musiker werden will. Ich habe gewartet und mich irgendwann entschlossen, mit der Musik weiterzumachen. Ich habe keine Unterstützung von meinen Eltern bekommen. Überhaupt nicht. Sie waren auch nicht strikt dagegen, aber sie hatten einfach Angst um mich.
Was machst Du zur Zeit, studierst Du?
Ich habe viele Sachen gemacht. Zuerst hab' ich in Brüssel Pädagogik studiert, dann Kinderpsychologie. In Österreich hatte ich Schwierigkeiten mit der Inskription an der Wiener Uni. Damals musste man als Nicht-Österreicher extrem viele Zeugnisse bringen und alles beglaubigen lassen. Schließlich ging ich an die WU, die Wirtschaftsuniversität. Mit der neuen Studienrichtung hatte ich Schwierigkeiten, wegen Mathematik und Buchhaltung. Nach zwei Semestern wechselte ich zu Wirtschaftsfranzösisch und nach weiteren zwei Semestern machte ich dann wieder mit der Musik weiter.
Jetzt machst Du ausschließlich Musik?
Ja, eigentlich, aber als Zweitjob bin ich auch noch MC, das heißt, ich präsentiere große Stars, wenn sie nach Österreich kommen. Zum Beispiel moderiere ich in Wiesen das Jazzfestival, Spring Vibration und Sunsplash. Dort verdiene ich besser!
Irgendwann kannst Du Dich dann selbst in Wiesen ansagen!
Ja, ja, das tu' ich eh, ich mache sehr intensiv Werbung für mich, und ich habe in Wiesen auch schon viele Kontakte geknüpft.
Du hattest ja auch schon mehrere Auftritte dort.
Ja, mit Alpha Blondy oder Jimmy Cliff, Ziggy Marley und mit vielen anderen.
Du singst hauptsächlich in Französisch?
Ja, ungefähr 50% ist in Französisch, 30% in Swahili, einer meiner Muttersprachen, denn ich habe 3 Muttersprachen: Swahili, Lingala und Französisch. Die restlichen 20% sind Englisch. Also insgesamt singe ich in vier Sprachen.
Welche Sprache hast Du am liebsten?
Wenn ich singe, dann Lingala und Englisch, beim Rappen wiederum Swahili und Französisch. Manchmal rappe ich auf Englisch, aber ich mag das nicht. Das ist so üblich...
Hat es eine Person gegeben, die Dich schon immer inspiriert hat, oder hattest Du ein Vorbild?
Oh, da gab es viele. Zum Beispiel Jimmy Cliff, im Reggae-Stil versuche ich, wie er zu singen. Ein anderes Vorbild für mich ist jemand, der jetzt ein bisschen verrückt geworden ist, nämlich Michael Jackson. Er hat gut gesungen, als ich jung war. Aber jetzt nicht mehr unbedingt. Also Jimmy Cliff und in der Funk-Richtung James Brown. Außerdem noch ein paar afrikanische Musiker.
Ein Lied von Dir heißt USIWAZE (don't imagine). Willst Du damit sagen, dass die afrikanischen Jugendlichen nicht nach Österreich kommen sollen?
Nein, so ist das nicht gedacht. Es sollte nur nicht das Ziel sein, nach Europa zu kommen. So viele junge Leute in Afrika haben Zukunft, sind intelligent und könnten es schaffen. Aber sie glauben, dass wenn sie nach Europa kommen, alles leichter geht. Sie verschwenden ihre Zeit hier, anstatt in Afrika weiterzuarbeiten. Hier brauchen sie länger, und als Ausländer ist das Leben schwierig. Sie haben eine Doppelbelastung: sie sind Ausländer, es ist nicht ihr Land und sie müssen schauen, dass ihre Immigrationspapiere immer in Ordnung sind, außerdem sollen sie auch noch lernen. Einen Job braucht man dann auch noch. Das heißt Europa ist nicht das Paradies. Es gibt genug Probleme hier, z. B. den Fremdenhass, der in Europa viel ausgeprägter ist als in Afrika. In Afrika ist jeder willkommen, niemand schaut auf euch, weil ihr weiß seid. Bei mir in Kinshasa kannst du umherlaufen, und niemand schaut auf dich, aber in Österreich ist es schwierig.
Wo gibt es Deiner Meinung nach am wenigsten Ausländerhass in Europa?
Zum Beispiel in Paris, dort gibt es keinen Ausländerhass. Die Regierung, Entschuldigung wenn ich das sage, "merde" Le Pen und so, aber die Leute in Paris und die Art, wie sie leben, ist toll. Ich habe einmal mit jemandem auf der Straße gestritten, weil ich falsch gefahren bin. Er fragte mich, warum ich falsch gefahren bin, aber das war alles. Wenn dir das in Wien passiert, wirst du angeschrien: "Glaubst du, du bist in Afrika im Dschungel? Fahr' zurück nach Hause, dort kannst du so fahren!" Ja, das ist Österreich. Man spürt es. In Deutschland sind die Leute auch lockerer.
Wieso hast Du Dir ausgerechnet Wien als Wohnort ausgesucht?
Weil ich mit meinen Eltern da war und ich begonnen habe, mein Leben hier aufzubauen. Österreich wurde so zu meinem zweiten Heimatland. Aber später hab' ich bemerkt, dass es die falsche Adresse ist, deshalb bin ich auch seit vorigem Jahr in Frankreich und Deutschland zu Hause, und es funktioniert. Trotzdem habe ich immer Wien in Erinnerung, weil es eine großartige Stadt ist, und ich kommer immer wieder hierher zurück.
Hast Du gespürt, dass sich in den letzten Jahren die Situation für Ausländer in Österreich verbessert oder verschlechtert hat?
In Wien ist die Situation gleich geblieben, was Ausländer betrifft. Es hat auch mit der SPÖ viele schlechte Sachen gegeben. Es ist nicht immer nur die FPÖ oder die Koalition schuld. Nur die Koalition ist auch für Inländer gefährlich. Die Arbeiter und Unternehmer leiden unter der neuen Regierung, aber die Ausländer haben noch immer die gleichen Probleme. Wenn du mit dem Gesetz konfrontiert bist, dann spürst du, dass du Ausländer bist. Auf der Straße ist es das Gleiche. Sprüche wie "Ausländer raus" gibt es seit langem.
War der letzte Wahlkampf ein Ausländerwahlkampf?
Wie soll ich das formulieren? Bei den Fällen Omofuma und drei anderen ausländischen Häftlingen, die im Gefängnis gestorben sind, habe ich gespürt, dass die neue Regierung sehr schlecht für Ausländer ist. Aber das ist innen und nicht aussen. Aussen sieht man das nicht. Aber wenn man als Ausländer ohne Papiere erwischt wird, kann man sich zu 50% sicher sein, dass einem etwas passiert. Ein Freund von mir wurde von der Polizei geschlagen. Durch die neue Regierung hat die Polizei die Macht bekommen, Ausländer schlechter zu behandeln. Früher mit der SPÖ war das eher mittelmäßig.
Wieder zurück zu Deiner Musik. Was war bisher Dein bester oder witzigster Auftritt, den Du hattest?
Oh, das waren so viele, ich muss nachdenken. Ich glaube, das beste Konzert war in Budapest, bei einer Veranstaltung ähnlich dem Donauinselfestival, nur noch größer. Da hab' ich auf der gleichen Bühne wie David Bowie gespielt. Das Publikum war dort gut, einfach anders. Eine andere gute Erfahrung hatte ich im Burgenland am Neusiedlersee und in Wiesen.
Hast Du irgendeine Botschaft, die Du mit Deiner Musik vermitteln willst?
Ja, ich singe über mehr Gerechtigkeit zwischen Menschen.
Toleranz?
Ja, aber Toleranz ist auch ein negatives Wort, da müsste man Liebe sagen. Denn, wenn Du mich tolerierst, ist da schon was faul an der Sache. Du musst mich lieben. Toleranz ist ein bisschen was Negatives. "Ich toleriere dich, aber ich liebe dich nicht!", das ist negativ.
Hast Du noch irgendein Motto?
Paix, justice, travail...
also Friede, Gerechtigkeit, Arbeit.
Danke!